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In der Softwarebranche hat sich ein Konzept der Peer-Produktion etabliert:
Die Frage ist nun:
Ich sage nein! Software und materielle Güter unterscheiden sich zu massiv. Materielle Güter können nicht ohne weiteres vervielfältigt (Arbeitskraft notwendig) werden und sie haben einen Materialwert im Gegensatz zu Software. Anhänger der Peer-Ökonomie lösen sich zwar davon mit einer anderen Definition von Peer, soweit ich das überflogen haben. Praktisch erscheint mir die Utopie nie plausibel beschrieben. Die Motivation der Beteiligten und damit das Wesentlichste wird nicht angesprochen. Ich sehe aber einen Funken Wahrheit in der Utopie. Zumindest für F&E- bzw. Engineering-Leistungen kann ich mir das Vorstellen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind vergleichbarer mit Software, da sie Baupläne, Prozesse oder niedergeschriebene Erkenntnisse erzeugen. Generell ist lässt sich aber sagen, dass es im F&E-Bereich in der Tat einen Trend zur verstärkte Kooperation gibt. Ein paar Beispiele dafür:
Dieser Trend ist bedingt durch eine wachsende technische Komplexität und auch eine verstärkter weltweiter Wettbewerb getrieben. Der Entwicklungsleiter eines Lackherstellers für hoch spezialisierte Lacke drückte es für seine Branche wie folgt aus:
Nach dem Scheitern der Schulreform in Hamburg durch einen Volksentscheid, werden Volksentscheide in Deutschland wieder heiß diskutiert. Der allgemeine Tenor ist, dass das Volk bessere Entscheidung treffen kann. Wer in einer Runde von Fremden ein Gesprächsthema sucht, wird mit dem Thema “Unfähigkeit der Politiker” schnell viel Zustimmung ernten und jeder wird eine Geschichte dazu beitragen können. Kurioserweise ist das Unglück auf der Loveparade ein aktuelles Beispiel für die Stimmung gegen die aktuelle Politik und Politiker im allgemeinen. In dieser Stimmung finden Parolen nach mehr direkter Demokratie viel Zustimmung. Anbetracht des Hickhacks um das Unglück in Duisburg ging eine Meldung etwas unter: “In Kaliforniens Etat klafft ein Milliardenloch. … Als sofortige Sparmaßnahme wurde für mehr als 200 000 Staatsangestellte unbezahlten Zwangsurlaub angeordnet.” Kalifornien, eine der innovativsten, reichsten und fortschrittlichsten Regionen der Welt, ist pleite? Ist das nicht wieder ein wunderbares Beispiel für das kolossale Versagen von unfähigen Politikern? Nicht Politiker, sondern das Volk tragen hauptsächlich die Schuld an der Misere. Es begann mit einem Volksentscheid im Jahr 1978. Proposition 13 war ein Volksentscheid, der von nun an eine 2/3 Mehrheit in State Senate und State Assembly für Steuererhöhungen verlangte, was über 3 Jahrzenhnte Steuererhöhungen nahezu unmöglich machte. Aber auch als Kalifornien am finanziell am Abgrund stand und dringende Handlungen zur Bewahrung der Zahlungsfähigkeit notwendig waren, verhinderten die Kalifornier per Volksentscheid die Rettung. Es wurde die Erhöhung eines Rettungsfonds (Prop. 1A), damit verbundene erhöhte Ausgaben für Schulen (Prop.1B), die ausgeweitete Nutzung von Lotterieeinanahmen (Prop. 1C), Nutzung zurückgesteller Tabaksteuereinnahmen (Prop. 1D) und Umschichtung der Einkommenssteuer (Prop. 1E) verhindert. Wer jetzt reflexartig “Privat vor Staat” schreit, sollte sich klar machen, dass in der USA und in Kalifornien mit einer deutlich geringeren Staastquote als in Deutschland eine völlig andere Situation vorliegt. Kalifornien gilt als kaputt gespart. Zum anderen gibt es etliche Volksentscheide, die höhere Leistungen und Ausgaben des Staats Kalifornien verlangen. Von den Kaliforniern lernen wir, dass Volksentscheide nicht unbedingt die besseren Lösungen hervorbringen. Wer Volksentscheide auf Bundesebene will, sollte sich auch den Gefahren darin bewusst werden. Auch Volksentscheide müssen gut vorbereitet werden und bedürfen ein hohes demokratisches Verantwortungsbewusstsein in der Bevölkerung.
NPD-Blog.info, das sich selbst als “Recherche- und Dokumentationsprojekt zu den Themen Rechtsextremismus, Neonazis, NPD sowie menschenfeindliche Einstellungen” bezeichnet, sieht anbetracht der Geschehnisse um die Blockade von Gaza, dass im aktuellen Mainstream “NPD-Positionen nicht auffallen”.
Jetzt dachte ich, ich hätte mich bei Spiegel Online geirrt, als ich ihnen vorwarf, sie wollten keinen Beitrag zur Spardiskussion liefern. Der Artikel mit folgendem Untertitel legte mein Irrtum nahe:
Hier sind die Vorschläge von Spiegel Online:
Spiegel Online zeigt, wo man sparen kann: Nirgends! Danke für diesen konstruktiven Beitrag!
Gestern hat Spiegel Online direkt unter dem Titelthema einen Leser-Aufruf gestartet:
Spiegel Online sammelt scheinbar Munition, um in der aufkeimende und notwenige Spardebatte gegen das Sparen im allgemeinen und die Regierung im speziellen schießen zu können. Warum fragt Spiegel Online nicht auch die Leser, wo sie Einsparpotential sehen und auf welche kommunalen Leistungen sie am ehsten verzichten könnten? Wahrscheinlich weil es Spiegel Online nicht um eine ausgewogene Debatte geht. Die Boulevardisierung von Spiegel Online der letzten Monate lässt keinen anderen Schluss zu. Zu sehr hat sich Spiegel Online der Methode der Bildzeitung angenähert, eine undifferenziete Volksstimmung aufzugreifen und zu verstärken. Wunderbare Beispiele dieser Tendenz sind die Berichterstattung über den Tauss-Prozess und die journalistische Wegelagerer für die Spar-Umfrage. Der Interview-Unstil, die musikalische Untermalung und die Kommentierung ergeben keinen journalistischen Mehrwert und tragen nicht zur Schuldendiskussion bei. Vielmehr weckt das Video so nur Ressentiments gegenüber Politik und Politikern, wie die Youtube-Kommentare zeigen:
Unser Wirtschaftsminister Brüderle hat endlich mal recht. Diese Art des Pseudo-Journalismus kann man sich sparen!
Heute glaubt man kaum, dass ich vor ein bis zwei Jahren noch harten Gegenwind bekam, als ich auf die Gefahren durch Google hinwies, wie der “Quasimonopolstellung im sensiblen Bereich der Informationsbeschaffung” oder schlicht “Googles Sammelwut”. Über ein Jahr habe ich mich jetzt zurück gehalten, Google zu kritisieren, da die Massenmedien dieses Thema aufgenommen haben. Doch jetzt ist für mich ein neuer Höhepunkt erreicht. Ich meine nicht das Ausspähen von WLANs. Viel bedenklicher ist für mich, dass Google mit seiner Macht unsere Wertevorstellungen zensiert. Für Google sind Partnerbörsen, auf denen ältere Frauen jüngere Männer suchen zensierungswürdig, aber nicht Seiten auf denen älterer Männer jüngere Frauen suchen:
Wer entscheidet, was normal ist? Google oder die Gesellschaft? Google schränkt uns ein. Ich plädiere für mehr Toleranz.
Während der Arbeit war ich letztens auf der Suche nach der Internetseite der Firma TECLAC Werner GmbH, einem Lohnbeschicht und Lackierer. Also suche ich nach “Teclac” und tippe auf den ersten Link. Der führt mich aber nicht zur gesuchten Firma sondern zur “Bügerinitiative Teclac”, eine Initiative gegen die Firma TECLAC Werner GmbH. Das ist schon bitter, wenn man im Internet nicht zu erst die eigene Seite zu finden ist sondern eine, die einem als einen Umweltverschmutzer darstellt. In der Tat ist Lackieren mit lösemittelhaltigen Lacken kein sehr ökologischer Prozess. Für die Emission von Lösemitteln gibt es klare Richtlinien und man benötigt je nach Lösemittelverbrauch entsprechende Abluftanlagen mit Filtern. Das alles ist gesetzlich geregelt. Diese Richtlinien passen sich regelmäßig dem Stand der Technik an. Den Lösemittelverbrauch muss man jährlich nachweisen und wird kontrolliert. Umweltgesetze, die vor allem Emissionen betreffen, sind notwendig, denn ohne Auflagen reagieren Unternehmen nicht! Da aber der Lackierbetrieb scheinbar alle Grenzwerte und Umweltauflagen einhält, richtet sich die Initiative leider gegen den völlig Falschen. Die Initiative müsste den Gesetzgeber bearbeiten, um schärfere Grenzwerte zu erreichen. Eine Initiative dafür wäre dann Lobbyismus. So kennt die Initiative leider nur Verlierer: Die Aktivisten kämpfen gegen Windmühlen und der Lackierbetrieb erhält unberechtigerweise schlechtere Presse als seine Mitbewerber. Bügerinitiativen sind ein begrüßenswertes, demokratisches Element. Doch leider meinen häufig solche Bügerinitiativen, dass sie über dem Gesetz stehen. Das Gesetz regelt unser Zusammenleben. Viele Gesetze gefallen auch mir nicht. Deswegen kann ich aber niemand beschuldigen, dass er sich an das Gesetz hält, das mir missfällt.
Standards sind spätestens seit den 90ern ein entscheidender Faktor in der Wirtschaft und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Standards gibt es schon lange in der Industrie. Zu Zeiten der Römer waren zum Beispiel die Breiten von Ochsenkarren festgelegt. Später im 19. Jahrhundert hat man den Abstand von den zwei Gleisen der Eisenbahnen standardisiert, damit alle Züge auf allen Schienennetzen fahren können. Solche Standards sind offene Standards. D.h. die Abstände der beiden Gleise sind öffentlich bekannt. Daher kann jeder eine Lok entwickeln, produzieren und verkaufen. Wäre der Standard nicht offen, wäre der Abstand nicht bekannt und nicht jeder könnte eine Lok bauen, die auf dem Standard-Schienennetz fahren kann. In diesem Fall kann der Standard nur offen sein, weil jeder an den Schienen den Abstand nachmessen kann. Manchmal gibt es mehrere Standards parallel, die konkurrieren: Standard Wars. Die Natur bei diesem Wettbewerb ist, dass die Starken stärker werden, und die Schwachen schwächer. D.h. nutzt die Mehrheit einen Standard, bekommt er auch überproportionalen Zulauf. Im Falle von einem Eisenbahnstandard bedeutet das, dass mehr Loks für den verbreiteteren Standard hergestellt werden. Da es für den verbreiteteren Standard eine größere Auswahl an Loks gibt, werden bei Neubaustrecken Schienen nach dem verbreiteren Standard gebaut. Das System macht sehr viel Sinn bei der Infrastruktur. Man braucht keine zwei Schienennetze mit unterschiedlichen Standards, die parallel verlaufen. Man spricht auch von Märkten mit Netzwerkeffekt. Aufgrund der Gesetze dieses Marktes, ist es wichtig, möglichst frühzeitig seinen Standards zu verbreiten, um den Standard dauerhaft durchsetzen. Nahezu automatisch erreicht man dann eine Monopolstellung. Seit dem es Software gibt, gewinnen Standards an Bedeutung: Microsoft hatte mit DOS frühzeitig einen hohen Marktanteil und legte damit für den späteren Erfolg von Windows. Microsoft erlangte Monopolstellung. Schließlich griffen weltweit die Kartellämter eingreifen, um den Marktmissbrauch durch Microsoft zu im Browser- und Mediaplayergeschäft einzudämmen. Der Softwaremarkt ist schnelllebig und die Kartellbehörden reagierten langsam. Derzeit gibt es keine speziellen Gesetze und Regelungen für Märkte mit starken Netzwerkeffekten. Gesetze greifen erst, wenn der Machtmissbrauch durch ein resultiertes Monopol besteht. Da Märkte mit Netzwerkeffekten nahezu automatisch zu Monopolen (Windows, Google-Suchmaschine, …) führen, macht eine Regulierung dieser Sinn. Sie können frühzeitih Monopole verhindern. Gesetze sind notwendig, um einen funktionierenden Markt aufrecht zu halten. Da auf solchen Märkten nur der größte Überleben kann, ist der Wettbewerb in solchen Märkten extrem aggressiv. Eine gängige Strategie ist es, erst günstig Kunden anzulocken, um den Kunden schrittweise in eine Abhängigkeit zu führen, so dass er den Kunden nicht mehr zur Konkurrenz wechseln kann. Apple mit dem iPod ist ein gutes Beispiel hierfür. Apple versuchte jegliche andere Formate und Fremdprogramme zu unterbinden, um den Kunden an den iTunes Store und langfristig an den iPod zu binden. Besitzer der Netzwerk bzw. des Standards haben über diese absolute Verfügungsgewalt. Sie können den Marktzugang innerhalb des Netzwerkes vollkommen kontrollieren. Das ist vor allem dann extrem bedenklich, wenn die Besitzer der Netze/Standards selbst innerhalb des Netzes als Marktteilnehmer auftreten. Die Netzbesitzer können, je nach dem wie offen der Standard ist, frei entscheiden, welcher Wettbewerber auf dem Markt teilnehmen darf. Im Bild der Eisenbahn zu bleiben, hieße das: Der Besitzer des Standards kann verbieten, dass die Loks eines Herrstellers auf den Gleisen fahren. Das würde dann für alle Eisenbahngesellschaften gelten, die auf Gleisen mit diesem Standard fahren. Realität ist dies bei Apple mit den Apps. Apple verbietet zum Beispiel das Wort “Android” in Apps. Ich plädiere daher für Gesetze, die den Umgang mit Märkten mit Netzwerkeffekt regeln. Eine sinnvolle und nicht überregulierte Gesetzgebung hierfür zu erarbeiten, ist jedoch ein Drahtseilakt. Hier ein Eckpunkte dazu:
Da die Diskussion über Parteispenden ihren Lauf nimmt, aber praktisch keine Fakten nennt, sondern nur auf Mutmaßungen beruht hier ein paar Fakten. Bereits gestern habe ich den Nutzen der Mehrwertsteuersenkung für die Familie Finck abgeschätzt. Er liegt bei etwa 0,05% des Familienvermögens und ist in der Größenordnung der Spenden. Hier nun die Fakten zu einigen Behauptungen, die man in Kommentaren, Foren und auch Artikeln findet:
Die Story passt perfekt: Der Milliarden schwere Sugardaddy von Finck holt sich für knapp 2 Mio. Euro die Parteien FDP und CSU ins Bett und sichert so rund eine Milliarden Euro für das Hotelgewerbe. Der Spiegel enthüllt den Skandal der käuflichen Politik! Dort die kapitalistische Klientelpartei, auf der anderen der in der Schweiz lebende, adlige Großkapitalist. Die Sachelage ist eindeutig! Eine Milliarde sind das 500-fache von 2 Mio und ein Graoßkapitalist wird seinen Reibach machen. 90% der Bevölkerung (nicht repräsentativ) halten bereits die FDP für käuflich. Das Bild ist perfekt! Nur eine Kleinigkeit machte mich stutzig. Zur Mövenpick Gruppe gehören in Deutschland 14 Hotels. Ich fragte mich, wieviel mögen denn diese 14 Hotels an abgeführter Mehrwertsteuer sparen? Um Meldungen einzuschätzen, hilft es sich immer die Sachlage anzuschauen. Lasst uns gemeinsam dies abschätzen: 1. Die Ausgaben = die Spenden:
–> Das macht 1,9 Mio. Euro Spenden an CSU und FDP. 2. Die Einnahmen = die Steuergeschenke:
–> Die Familie von Finck macht 2010 einen zusätzlichen Gewinn von EUR 1,1 Mio. 3. Kumulierte Gewinne
–> Bei Investitionen von EUR 1,9 Mio. (=die Spenden) entspricht das ein Zins von 12%. –> EUR 4,2 Mio sind 0,05% des Vermögens von August von Finck. Selbst wenn die FDP und CSU käuflich waren, Verstehe ich die SPD richtig? Sie beschuldigt die Familie von Finck, die FDP und CSU gekauft zu haben, um Ihr Vermögen um 0,7 Promille wachsen zu lassen und eine jährliche Rendite von 12% zu erzeugen. OK, die Opposition ist Oppoisiton… Ich absolut kein Fan des Wachstumbeschleunigungsgesetzes wie die meisten JuLis! Dass die Medien aber völlig unkommentiert die Behauptungen der SPD übernehmen und weiterspinnen, bereitet mir Sorgen! Eine Scheindebatte über Spenden lenkt von den wahren Problemen ab (Schulden für die nächste Generation). Wenn man bei diesem Thema Kritik am Kapitalismus in Deutschland üben will, dann hat es nichts mit Spenden, Großkapitlisten oder Hotels zu tun, sondern dass Medien wie der Spiegel und die Sueddeutsche (beides von mir regelmäßig gelesen) für eine bessere Auflage grundlos mit dem Vertrauen der Bürger in die Demokratie spielen! Ich erinnere daran: 90% halten nun die FDP für käuflich… |
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