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Archiv für Juni, 2008
Man hat es schon die letzten Wochen geahnt: Europa scheitert in Irland. Ein Land, das wie kaum ein anderes von der EU profitiert hat.
Die SPD rutscht auf ein historisches Tief, die Linke erkämpft sich Woche für Woche mehr Prozentpunkte und CDU/CSU bleibt mit Abstand die stärkste Partei in Deutschland. Diese Zahlen aus der neusten Forsa-Umfrage geben mir zu denken: Die 13 Prozent der FDP machen natürlich Mut und sehen gut aus, aber bei solch einem Umfragesturz der SPD sollte die FDP doch eigentlich mehr profitieren, oder? Die Grünen stehen bei 12 Prozent und das obwohl die zwischen SPD und Linken irgendwie zerrieben werden. Die Linkspartei erreicht ihr Zwischenhoch von 15 Prozent natürlich durch die Schwäche der SPD und sicherlich auch mit dem ein oder anderen Grünen-Wähler. Die SPD verliert massiv an Stimmen und ein Großteil wandert zur Linken, ein kleiner Teil wohl zu den Grünen und ein noch kleinerer Teil zur FDP. Gerade wir JuLis, die ja tendenziell sozialliberaler eingestuft werden als unsere Mutterpartei, müssen auch hier Zeichen setzen, denn mit dieser neuen Parteienlandschaft muss man anders umgehen. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, aber bei solch einer Konstellation vor den Wahlen 2009 wird es innerhalb der SPD einen Bruch geben und um dies zu erkennen muss man kein Prophet sein, denn bei diesen Umfragewerten kann die SPD einem Schwarz-Gelben Bündnis nur mit Beihilfe der Linken gefährlich werden und dies würde zu einer massiven Abwanderung des „rechten Flügels“ führen. Auf diesen Bruch muss man auch in der FDP vorbereitet sein… ![]()
Barack Obama wird Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Was für mich schon seit seiner Siegesserie im Februar und März feststand, musste nun auch Hillary Clinton akzeptieren. Einen Fehler sollte Obama meiner Meinung nach jedoch nicht machen: Hillary Clinton als Vizepräsidentin ins Boot holen. Das Konzept Clinton ist klar gescheitert und das sollte man bei den Demokraten auch erkennen. Obama und Clinton zusammen wäre ein Rückschritt für Obama, denn ich bin mir sicher, dass er auch ohne ihre Beteiligung den Großteil ihrer Wähler mobilisieren könnte. ![]()
Der Sprung vom geruhsamen Leben als Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz hin zum Spitzenpolitiker in Berlin ist Kurt Beck nie ganz gelungen, denn abseits von Weinschorle und Schlachtplatte lässt der als so ruhig und charismatisch angepriesene Pfälzer den Bürgern keine Chance seine Politik zu verstehen. Klare Absage an die Linkspartei vor der Wahl in Hessen und Annäherung nach der Wahl, die Nominierung von Gesine Schwan als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt oder auch der Gebrauch von Kraftausdrücken in der Öffentlichkeit zeugen von keiner klaren Linie innerhalb der SPD. Nun ist es zwar schön, dass die SPD auf ihrem Zukunftskonvent erklärt sich in Richtung FDP zu öffnen um bei der nächsten Wahl Chancen auf eine Ampel-Koalition offen zu halten, aber dem kann man als Liberaler nur eine klare Absage erteilen. Mit Kurt Beck, Andrea Nahles und Franziska Drohsel ist die Schnittmenge zwischen FDP und SPD auf ein Minimum zusammen geschrumpft und auch der Mitleidsbonus der aufgeriebenen Volkspartei mit falscher Führungsriege kann dies nicht mehr retten. Noch was zum Schmunzeln: ![]() |
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