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Archiv für Februar, 2010
Standards sind spätestens seit den 90ern ein entscheidender Faktor in der Wirtschaft und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Standards gibt es schon lange in der Industrie. Zu Zeiten der Römer waren zum Beispiel die Breiten von Ochsenkarren festgelegt. Später im 19. Jahrhundert hat man den Abstand von den zwei Gleisen der Eisenbahnen standardisiert, damit alle Züge auf allen Schienennetzen fahren können. Solche Standards sind offene Standards. D.h. die Abstände der beiden Gleise sind öffentlich bekannt. Daher kann jeder eine Lok entwickeln, produzieren und verkaufen. Wäre der Standard nicht offen, wäre der Abstand nicht bekannt und nicht jeder könnte eine Lok bauen, die auf dem Standard-Schienennetz fahren kann. In diesem Fall kann der Standard nur offen sein, weil jeder an den Schienen den Abstand nachmessen kann. Manchmal gibt es mehrere Standards parallel, die konkurrieren: Standard Wars. Die Natur bei diesem Wettbewerb ist, dass die Starken stärker werden, und die Schwachen schwächer. D.h. nutzt die Mehrheit einen Standard, bekommt er auch überproportionalen Zulauf. Im Falle von einem Eisenbahnstandard bedeutet das, dass mehr Loks für den verbreiteteren Standard hergestellt werden. Da es für den verbreiteteren Standard eine größere Auswahl an Loks gibt, werden bei Neubaustrecken Schienen nach dem verbreiteren Standard gebaut. Das System macht sehr viel Sinn bei der Infrastruktur. Man braucht keine zwei Schienennetze mit unterschiedlichen Standards, die parallel verlaufen. Man spricht auch von Märkten mit Netzwerkeffekt. Aufgrund der Gesetze dieses Marktes, ist es wichtig, möglichst frühzeitig seinen Standards zu verbreiten, um den Standard dauerhaft durchsetzen. Nahezu automatisch erreicht man dann eine Monopolstellung. Seit dem es Software gibt, gewinnen Standards an Bedeutung: Microsoft hatte mit DOS frühzeitig einen hohen Marktanteil und legte damit für den späteren Erfolg von Windows. Microsoft erlangte Monopolstellung. Schließlich griffen weltweit die Kartellämter eingreifen, um den Marktmissbrauch durch Microsoft zu im Browser- und Mediaplayergeschäft einzudämmen. Der Softwaremarkt ist schnelllebig und die Kartellbehörden reagierten langsam. Derzeit gibt es keine speziellen Gesetze und Regelungen für Märkte mit starken Netzwerkeffekten. Gesetze greifen erst, wenn der Machtmissbrauch durch ein resultiertes Monopol besteht. Da Märkte mit Netzwerkeffekten nahezu automatisch zu Monopolen (Windows, Google-Suchmaschine, …) führen, macht eine Regulierung dieser Sinn. Sie können frühzeitih Monopole verhindern. Gesetze sind notwendig, um einen funktionierenden Markt aufrecht zu halten. Da auf solchen Märkten nur der größte Überleben kann, ist der Wettbewerb in solchen Märkten extrem aggressiv. Eine gängige Strategie ist es, erst günstig Kunden anzulocken, um den Kunden schrittweise in eine Abhängigkeit zu führen, so dass er den Kunden nicht mehr zur Konkurrenz wechseln kann. Apple mit dem iPod ist ein gutes Beispiel hierfür. Apple versuchte jegliche andere Formate und Fremdprogramme zu unterbinden, um den Kunden an den iTunes Store und langfristig an den iPod zu binden. Besitzer der Netzwerk bzw. des Standards haben über diese absolute Verfügungsgewalt. Sie können den Marktzugang innerhalb des Netzwerkes vollkommen kontrollieren. Das ist vor allem dann extrem bedenklich, wenn die Besitzer der Netze/Standards selbst innerhalb des Netzes als Marktteilnehmer auftreten. Die Netzbesitzer können, je nach dem wie offen der Standard ist, frei entscheiden, welcher Wettbewerber auf dem Markt teilnehmen darf. Im Bild der Eisenbahn zu bleiben, hieße das: Der Besitzer des Standards kann verbieten, dass die Loks eines Herrstellers auf den Gleisen fahren. Das würde dann für alle Eisenbahngesellschaften gelten, die auf Gleisen mit diesem Standard fahren. Realität ist dies bei Apple mit den Apps. Apple verbietet zum Beispiel das Wort “Android” in Apps. Ich plädiere daher für Gesetze, die den Umgang mit Märkten mit Netzwerkeffekt regeln. Eine sinnvolle und nicht überregulierte Gesetzgebung hierfür zu erarbeiten, ist jedoch ein Drahtseilakt. Hier ein Eckpunkte dazu:
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