Bildungsstreik und liberale Werte
geschrieben von Jochen (1. Dezember 2009)

…, die mit Überzeugungen, Werten und Ansichten zu tun haben.

Nun möchten doch gerade die Liberalen den Menschen ermöglichen, ein mündiges, aufgeklärtes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Und das ist absolut richtig. Dies setzt aber auch voraus, dass jeder dieser Menschen Zugang zu Bildung hat und somit die oben genannten Lebensentwürfe erreichen kann. Bildung ist geradezu eine essentielle Voraussetzung des Liberalismuses!

Es ist also im Interesse der liberalen Werte, sich für bessere und allen Menschen zugängliche Bildung einzusetzen – dies schließt auch Hochschulbildung mit ein. Dass die derzeitigen Verhältnisse an den Schulen und Universitäten untragbar sind, ist unbestreitbar. Ebenso rangiert die Bundesrepublik Deutschland nach einer Studie der OECD auf einem der hintersten Plätze bezogen auf die Ausgaben für Bildung am Anteil des Bruttoinlandsproduktes.

Wieso überlassen wir Liberale den Linken die Wortführerschaft? Wo sind die Fahnen der Liberalen Hochschulgruppen oder der Jungen Liberalen? Nur nörgeln bringt uns auch nicht ans Ziel. Nur durch Engagement können wir die durchaus berechtigten Forderungen in einer für uns adäquaten Art und Weise umsetzen – dies setzt aber eben Engagement voraus.

Also liebe Liberale. Nicht nörgeln – engagieren!


Kommentare:
1 Kommentar zu "Bildungsstreik und liberale Werte"
Jan am 1. Dezember 2009 um 21:40

Ich denke, es ist richtig darauf hinzuweisen, wenn Studienabläufe ungünstig konzepiert wurden.

Da Bildung unser einziger Rohstoff ist, ist es auch angemessen viel in Bildung zu investieren.

Auf der anderen Seite geht aber eine ausufernde Staatsverschuldung gerade zu Lasten der heute Studierenden. Es ist also nicht unbedingt im eigenen Interesse einfach immer mehr Geld zu fordern. Wichtig ist, dass man mit den vorhandenen Mittel möglichst gute Angebote schafft. Es ist auch nicht so, dass für Bildung wenig ausgegeben würde.

In Baden-Württemberg gehen 40 % des Landeshaushalts in die Bildung. Die Ausgaben der Kommunen für Schulgebäude sind da noch nicht mal mit eingerechnet. Baden-Württemberg steht damit auch an der Spitze der Bundesländer - sowohl prozentual als auch in absoluten Summen
http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=220850

Es kann immer alles noch besser sein - aber in Deutschland liegen die Standards in den meisten Lebensbereichen wirklich sehr hoch. Man nimmt das aber als selbstverständlich hin und fordert daher in den unterschiedlichsten bereichen ständig höhere Staatsausgaben, sei es die Bildung, die Kinderbetreuung, die Polizei, die Rente, HartzIV-Sätze, Kindergeld, Krankenversorgung usw.
Gleichzeitig wollen wir niedrige Abgaben und Steuern.
Das passt nicht zusammen. Wir sehen es am deutlichsten am Bundeshaushalt 2010. Da haben wir ca. 200 Mrd. EUR Einnahmen und 300 Mrd. EUR Ausgaben. Macht eine Neuverschuldung von 100 Mrd. EUR. Man muss sich mal vor Augen führen, was das allein wieder an zusätzlichen Ausgaben für Zinsen nach sich zieht. Auch die Länder und Kommunen stehen nächstes Jahr vor Rekordneuverschuldungen.
Wir leben schon lange über unsere Verhältnisse - ich finde wir dürfen nicht noch laut fordern, noch mehr über unsere Verhältnisse zu leben.


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