|
|
Wahre Elite?!?!
Vor kurzem wurde hier die Frage aufgeworfen, was und wer denn „Elite“ bitte schön ist. Kurz vor Weihnachten erreichte die Welt dann eine ganz neue wissenschaftliche Erkenntnis. Die unabhängige Denkfabrik New Economics Foundation will herausgefunden haben, dass der gesellschaftliche Wert von Berufen wie Müllmann/frau, Kinderbetreuer/in oder Reinigungskraft um einiges höher ist als der von so „angesehenen“ Berufen wie Manager, Banker oder Werbefachmann/frau.
Dabei wurde die Methode “Social Return on Investment” angewandt, die das Einkommen mit den erbrachten sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Leistungen vergleicht. Ergebnis: Ein gesamtgesellschaftliches bzw. volkswirtschaftliches Preis-Leistungsverhältnis. Hierbei schnitten Berufe, die tendenziell der FDP nahe stehen, erschreckend schlecht ab.
Begründen nicht gerade die Liberalen hohe Manager- oder Bankergehälter mit dem freien Markt, der eben diese Gehälter hervorbringt? Und sind diese Gehälter nicht eben dadurch gerechtfertigt, dass diese bestimmte Berufgruppe mehr geleistet hat. Dieses „Mehr“ an Leistung kommt schließlich der Gesellschaft durch höhere Steuereinnahmen und einer produktiveren und konkurrenzfähigeren Wirtschaft und somit dem Erhalt von Arbeitsplätzen zugute. Soll dies alles eine Mär sein?
Es sieht ganz danach aus! Gesamtgesellschaftlich betrachtet zerstört der Banker mit jedem selbst verdienten Euro sieben Euro für die Gesellschaft, der/die Werbefachmann/frau zwölf Euro und der oder die Steuerberater/in gar 50!!! Euro. Demgegenüber generieren Müllmänner/frauen mit jedem verdienten Euro einen gesellschaftlichen Mehrwert von 14 Euro, Kinderbetreuer und Reinigungskräfte zehn Euro.
Wenn die Untersuchung der New Economics Foundation Recht behält, dann bilden ganz andere Berufsgruppen als bisher angenommen die wahre Elite unseres Landes…
Kommentare:
6 Kommentare zu "Wahre Elite?!?!"
Jan am 3. Januar 2010 um 17:51
Ich möchte den Beitrag noch um die Quellenangabe ergänzen: http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/A_Bit_Rich.pdf http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666917,00.html Ich habe den Bericht nur ganz flüchtig überflogen. Ich konnte dabei allerdings ein keiner Stelle größere Ausführungen über die Berechnung der angegeben Werte finden. Sie scheinen auf einem Verfahren, dass sich “Social Return on Investment” nennt, zu beruhen. Das ist wohl ein sehr alternatives Gegenverfahren zum Bruttoinlandsprodukt. Eigentlich ist es in erster Linie dazu gedacht die Wertschöpfung von Non-Profit-Gesellschaften zu messen. Ich kann aber verstehen, was der Bericht sagen möchte: Ich denke, da ist auch was dran und ich denke auch, dass die genannten schlechter bezahlten Berufe zu wenig gewürdigt werden. Ich denke aber auch, dass der Bericht ein wenig vergisst, darauf einzugehen, dass manche Berufsgruppen nicht direkt Werte schaffen, aber dafür die Rahmenbedingungen, dass überhaupt hohe Werte in einer Gesellschaft generiert werden können. Ein Finanz-/Bankensystem gehört sicher zu den Voraussetzungen, damit eine Wirtschaft überhaupt funktionieren kann. Darüber hinaus tut der Bericht so, als würde man hohe Gehälter zahlen, weil man denken würde, dass diese Berufsgruppen viel leisten würden. Dabei ist es doch eher so, dass sehr viele Menschen für das Reinigungsgewerbe qualifiziert sind aber nur wenige mit Finanzprodukten umgehen können (das ist sogar so schwer, dass es ganz offensichtlich viele Banker auch nicht konnten/können). Von daher ist das mit den Gehältern eher eine klassische Frage von Angebot und Nachfrage. Es bleibt natürlich zu diskutieren, ob der Staat etwas tun kann und sollte, dass er Rahmenbedingungen setzt, die bei der Lohnfindung auch den volkswirtschaftlichen Nutzen von Tätigkeiten stärker berücksichtigen.
Jan am 3. Januar 2010 um 18:00
Ich möchte den Beitrag noch um die Quellenangabe ergänzen: http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/A_Bit_Rich.pdf http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666917,00.html Ich habe den Bericht nur ganz flüchtig überflogen. Ich konnte dabei allerdings an keiner Stelle größere Ausführungen über die Berechnung der angegeben Werte finden. Sie scheinen auf einem Verfahren, dass sich “Social Return on Investment” nennt, zu beruhen. Das ist wohl ein alternatives zum Bruttoinlandsprodukt. Eigentlich ist es in erster Linie dazu gedacht die Wertschöpfung von Non-Profit-Gesellschaften zu messen. Ich kann aber verstehen, was der Bericht sagen möchte: Ich denke, da ist auch was dran und ich denke auch, dass die genannten schlechter bezahlten Berufe zu wenig gewürdigt werden. Ich denke aber auch, dass der Bericht ein wenig vergisst, darauf einzugehen, dass manche Berufsgruppen nicht direkt Werte schaffen, aber dafür die Rahmenbedingungen, dass überhaupt hohe Werte in einer Gesellschaft generiert werden können. Ein Finanz-/Bankensystem gehört sicher zu den Voraussetzungen, damit eine Wirtschaft überhaupt funktionieren kann. Darüber hinaus unterstellt der Bericht, man würde hohe Gehälter zahlen, weil man denken würde, dass gewisse Berufsgruppen viel leisten würden. Dabei ist es doch eher so, dass sehr viele Menschen für das Reinigungsgewerbe qualifiziert sind aber nur wenige mit Finanzprodukten umgehen können (das ist ja scheinbar sogar so schwer, dass es ganz offensichtlich viele Banker auch nicht konnten/können). Von daher ist das mit den Gehältern eher eine klassische Frage von Angebot und Nachfrage. Es bleibt natürlich zu diskutieren, ob der Staat etwas tun kann und sollte, dass er Rahmenbedingungen setzt, damit bei der Lohnfindung auch der volkswirtschaftliche Nutzen von Tätigkeiten stärker berücksichtigt wird.
Christian am 3. Januar 2010 um 15:14
Du setzt in deinem Beitrag Elite gleich mit hohem Einkommen. Dem widerspreche ich. Nicht die Höhe des Einkommens bestimmt, ob man zur Elite gehört. Verglichen mit Dieter Bohlen verdient unsere Kanzlerin wahrscheinlich wenig. Sie gehört aber deutlich eher zur deutschen Elite als unser Dieter…
Jan am 3. Januar 2010 um 23:38
Ja, da ist was dran - Elite ist nicht gleich wer viel verdient - siehe auch Prinz Markus Ich möchte den Beitrag auch noch um die Quellenangabe ergänzen: http://www.neweconomics.org/sites/neweconomics.org/files/A_Bit_Rich.pdf http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666917,00.html Ich habe den Bericht nur ganz flüchtig überflogen. Ich konnte dabei allerdings an keiner Stelle größere Ausführungen über die Berechnung der angegeben Werte finden. Sie scheinen auf einem Verfahren, dass sich “Social Return on Investment” nennt, zu beruhen. Das ist wohl ein alternatives zum Bruttoinlandsprodukt. Eigentlich ist es in erster Linie dazu gedacht die Wertschöpfung von Non-Profit-Gesellschaften zu messen. Ich kann aber verstehen, was der Bericht sagen möchte: Ich denke, da ist auch was dran und ich denke auch, dass die genannten schlechter bezahlten Berufe zu wenig gewürdigt werden. Ich denke aber auch, dass der Bericht ein wenig vergisst, darauf einzugehen, dass manche Berufsgruppen nicht direkt Werte schaffen, aber dafür die Rahmenbedingungen, dass überhaupt hohe Werte in einer Gesellschaft generiert werden können. Ein Finanz-/Bankensystem gehört sicher zu den Voraussetzungen, damit eine Wirtschaft überhaupt funktionieren kann. Darüber hinaus unterstellt der Bericht, man würde hohe Gehälter zahlen, weil man denken würde, dass gewisse Berufsgruppen viel leisten würden. Dabei ist es doch eher so, dass sehr viele Menschen für das Reinigungsgewerbe qualifiziert sind aber nur wenige mit Finanzprodukten umgehen können (das ist ja scheinbar sogar so schwer, dass es ganz offensichtlich viele Banker auch nicht konnten/können). Von daher ist das mit den Gehältern eher eine klassische Frage von Angebot und Nachfrage. Es bleibt natürlich zu diskutieren, ob der Staat etwas tun kann und sollte, dass er Rahmenbedingungen setzt, damit bei der Lohnfindung auch der volkswirtschaftliche Nutzen von Tätigkeiten stärker berücksichtigt wird.
Jan am 3. Januar 2010 um 23:41
Ich verzweifle mit diesem Kommentarsystem (wordpress oder wie es heißt). Erst scheint er meinen Kommentar auch beim dritten Anlauf nicht zu speichern. Es erscheint auch einen ganzen Tag nichts - und dann stehen alle vorher nicht gespeicherten Versionen auf einmal gesammelt da…
Christian am 3. Januar 2010 um 11:25
Das liegt daran, dass die Kommentare freigegeben werden müssen. Würde nämlich hier jemand rechte Parolen verbreiten, würde die JuLis dafür haften. Hinterlasse einen Kommentar
|
|||