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Rechnen macht wissend
Die Story passt perfekt: Der Milliarden schwere Sugardaddy von Finck holt sich für knapp 2 Mio. Euro die Parteien FDP und CSU ins Bett und sichert so rund eine Milliarden Euro für das Hotelgewerbe. Der Spiegel enthüllt den Skandal der käuflichen Politik! Dort die kapitalistische Klientelpartei, auf der anderen der in der Schweiz lebende, adlige Großkapitalist. Die Sachelage ist eindeutig! Eine Milliarde sind das 500-fache von 2 Mio und ein Graoßkapitalist wird seinen Reibach machen. 90% der Bevölkerung (nicht repräsentativ) halten bereits die FDP für käuflich. Das Bild ist perfekt! Nur eine Kleinigkeit machte mich stutzig. Zur Mövenpick Gruppe gehören in Deutschland 14 Hotels. Ich fragte mich, wieviel mögen denn diese 14 Hotels an abgeführter Mehrwertsteuer sparen? Um Meldungen einzuschätzen, hilft es sich immer die Sachlage anzuschauen. Lasst uns gemeinsam dies abschätzen: 1. Die Ausgaben = die Spenden:
–> Das macht 1,9 Mio. Euro Spenden an CSU und FDP. 2. Die Einnahmen = die Steuergeschenke:
–> Die Familie von Finck macht 2010 einen zusätzlichen Gewinn von EUR 1,1 Mio. 3. Kumulierte Gewinne
–> Bei Investitionen von EUR 1,9 Mio. (=die Spenden) entspricht das ein Zins von 12%. –> EUR 4,2 Mio sind 0,05% des Vermögens von August von Finck. Selbst wenn die FDP und CSU käuflich waren, Verstehe ich die SPD richtig? Sie beschuldigt die Familie von Finck, die FDP und CSU gekauft zu haben, um Ihr Vermögen um 0,7 Promille wachsen zu lassen und eine jährliche Rendite von 12% zu erzeugen. OK, die Opposition ist Oppoisiton… Ich absolut kein Fan des Wachstumbeschleunigungsgesetzes wie die meisten JuLis! Dass die Medien aber völlig unkommentiert die Behauptungen der SPD übernehmen und weiterspinnen, bereitet mir Sorgen! Eine Scheindebatte über Spenden lenkt von den wahren Problemen ab (Schulden für die nächste Generation). Wenn man bei diesem Thema Kritik am Kapitalismus in Deutschland üben will, dann hat es nichts mit Spenden, Großkapitlisten oder Hotels zu tun, sondern dass Medien wie der Spiegel und die Sueddeutsche (beides von mir regelmäßig gelesen) für eine bessere Auflage grundlos mit dem Vertrauen der Bürger in die Demokratie spielen! Ich erinnere daran: 90% halten nun die FDP für käuflich…
Kommentare:
4 Kommentare zu "Rechnen macht wissend"
Sven Gerst am 19. Januar 2010 um 01:13
sehr richtig analysiert. zudem wurde der antrag zur reduzierung der mehrwertsteuer für das hotelgewerbe vom bundesparteitag im jahr 2007 beschlossen. das bild, das die presse momentan versucht zu zeichnen unterstützt nur die these des ehemaligen spiegel-chefs stefan aust, der meinte, dass journalisten einfach nur verbitterte sozialdemokraten seien.
Chris am 19. Januar 2010 um 01:20
Nachtrag:
Lohmydd am 19. Januar 2010 um 01:56
Danke für diese Berechnung. Die Diskussion läuft sowieso ins Leere, weil auch die allgemein kolportierten Kosten der Steuersenkung nicht stimmen: Man hat einfach den bislang erzielten Mehrwertsteuerbetrag um 12% gekürzt und ist so auf ca. 860 Mio. bis 1. Milliarde gekommen. In Deutschland sind aber gut 75% aller Übernachtungen gewerblich, d.h. das was der Hotelier weniger an Umsatzsteuer zahlt, kann der Hotelkunde weniger an Vorsteuer ziehen - also fiskalisch nahezu ein Nullsummenspiel. Der verbleibende Gewinn muss dann noch vom Hotelier mit bis zu 47% bei der Einkommensteuererklärung abgeführt werden. Etwas mehr Ehrlichkeit täte der Diskussion durchaus gut.
Junge Liberale Pforzheim » Blog Archiv » Weitere Fakten zu Parteispenden am 19. Januar 2010 um 19:19
[...] Bereits gestern habe ich den Nutzen der Mehrwertsteuersenkung für die Familie Finck abgeschätzt. Er liegt bei etwa 0,05% des Familienvermögens und ist in der Größenordnung der Spenden. [...] Hinterlasse einen Kommentar
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